„Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25, 35)

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Integration am Praxisbespiel: Schüler der THS und jugendliche Asylbewerber ergreifen die Initiative
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 der THS Homberg arbeiten im Religionsunterricht an einem Projekt, bei dem sie gemeinsam mit jugendlichen Asylbewerbern die triste Betonwand des Stellbergstadions durch eigene Ideen zum Thema „Integration und Fußball“ gestalten.
Christian Marx, Jugendleiter des FC Homberg, setzt sich seit langem für das Thema „Integration durch Sport“ ein. Daraus entstand gemeinsam mit Christina Ostheim, Lehrerin der THS, die Idee, das Thema über das Fußballtraining hinaus zu vertiefen. Ziel dabei ist es, mit Spaß und Freude Vorurteile und Ängste abzubauen und ein besseres Kennenlernen und größeres Verständnis zwischen den Jugendlichen zu ermöglichen.

Im Vorfeld beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit verschiedenen Aspekten zum Thema „Asyl“. So erarbeiteten sie, dass die Problematik von Flucht und Vertreibung bereits in den über 2500 Jahre alten Texte des Alten Testaments eine große Rolle spielt und zentraler Bestandteil der christlichen Nächstenliebe ist. Daraus entwickelte sich die Frage nach den damaligen und heutigen Gründen für Flucht und Asyl.

Zur Vertiefung fand im Unterricht ein Gespräch mit Frau Scheffer, Asylbeauftragte des Diakonischen Werks Schwalm-Eder, statt. In diesem Gespräch berichtete die Expertin u.a. von der Verankerung des Asylrechts im Grundgesetz, den rechtlichen Voraussetzungen und dem Ablauf von Asylverfahren. Besonders interessierte die Schüler die Schilderung konkreter Einzelschicksale vor Ort: der tägliche Kampf ums Überleben während der Flucht, die Probleme, Hoffnungen und Ängste der Asylbewerber in Homberg, aber auch die oft nervenzerreißende Zeit des Wartens während der Bearbeitung des Asylantrags.
Für die zweite Phase des Projekts ist geplant, dass die Schülerinnen und Schüler das Homberger Asylbewerberheim in der Bahnhofstraße 44 besuchen, um vor Ort mit Betroffenen über ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen. Im weiteren Verlauf sollen sie dort gemeinsam mit den Asylbewerbern Ideen und  Motive für die Gestaltung der Stadionwand entwickeln, die sich mit den Themen Integration und Fußball beschäftigen. Die künstlerische Gestaltung der Stadionwand wird durch die Künstlerin Frau Fiand begleitet und durch die Initiative „Gewalt geht nicht“ finanziell unterstützt.
Zum Abschluss des Projektes werden ausgewählte Motive mit Graffititechnik auf die Stadionwand übertragen, um ein Zeichen für Toleranz und Fairplay zu setzen.

 

Bericht: Christina Ostheim (THS)